Die Autoversicherung gehört zu den grössten jährlichen Fixkosten rund ums Auto — nach dem Leasing oder der Amortisation, aber noch vor dem Treibstoff, wenn man wenig fährt. Trotzdem schauen erstaunlich viele Schweizerinnen und Schweizer die Police nur einmal an, nämlich beim Kauf, und dann nie wieder. Dabei lässt sich mit ein paar einfachen Massnahmen locker 20 bis 30 Prozent sparen.
1. Jährlich vergleichen — wirklich jedes Jahr
Die Prämien im Schweizer Autoversicherungsmarkt ändern sich jedes Jahr. Ihr Versicherer kann die Prämie erhöhen, weil sich die Schadenstatistik Ihrer Region verschlechtert hat — und gleichzeitig senkt ein Konkurrent die Prämie, weil er neue Kunden gewinnen will. Ohne Vergleich merken Sie das nicht.
Nutzen Sie Vergleichsportale wie comparis.ch oder moneyland.ch. 15 Minuten im Herbst können CHF 300 oder mehr sparen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate vor Vertragsablauf — vergessen Sie das Datum nicht.
2. Selbstbehalt gezielt erhöhen
Ein höherer Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar. Wer statt CHF 500 einen Selbstbehalt von CHF 1'000 wählt, spart je nach Versicherer CHF 100 bis CHF 200 im Jahr. Über fünf schadenfreie Jahre sind das CHF 500 bis 1'000.
Die Rechnung geht auf, solange Sie seltener als alle fünf Jahre einen Schaden haben. Statistisch gesehen trifft das auf die meisten Fahrer zu. Aber: Legen Sie den gesparten Betrag mental zur Seite. Wenn dann doch ein Schaden kommt, ist das Geld da.
3. Bündelrabatt nutzen
Fast alle grossen Schweizer Versicherer geben Kombinationsrabatte, wenn Sie mehrere Policen beim selben Anbieter haben: Haushalt, Privathaftpflicht, Gebäude, Rechtsschutz plus Auto. Der Rabatt liegt typischerweise zwischen 5 und 15 Prozent auf alle Policen.
Aber Vorsicht: Der Bündelrabatt ist nicht immer ein Gewinn. Wenn der Versicherer bei der Autoversicherung 10 Prozent teurer ist als der günstigste Anbieter und nur 5 Prozent Bündelrabatt gibt, fahren Sie mit getrennten Policen besser. Rechnen Sie beides durch.
4. Garagenplatz angeben
Ein fester Garagenplatz reduziert das Risiko von Diebstahl, Vandalismus und Hagelschäden. Die meisten Versicherer belohnen das mit einer tieferen Prämie — der Rabatt liegt bei 5 bis 10 Prozent auf die Kaskoversicherung. Wenn Sie eine Garage haben, geben Sie das unbedingt an.
5. Kilometerleistung realistisch angeben
Einige Versicherer differenzieren nach jährlicher Fahrleistung. Wer weniger als 10'000 km pro Jahr fährt, zahlt weniger als jemand mit 25'000 km. Geben Sie Ihre tatsächliche Kilometerleistung an — nicht die geschätzte von vor fünf Jahren, als Sie noch täglich pendelten.
6. Bonusstufe schützen — oder nicht
Manche Versicherer bieten einen Bonusschutz an: Selbst wenn Sie einen Schaden melden, bleibt Ihre Bonusstufe erhalten. Das kostet CHF 50 bis 100 im Jahr. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie nah Sie am maximalen Bonus sind. Wenn Sie bereits auf Stufe 1 (maximaler Rabatt) sind und ein Schaden Sie auf Stufe 5 zurückwerfen würde, kann der Bonusschutz sinnvoll sein.
7. Jährliche statt monatliche Zahlung
Wer die Prämie jährlich statt monatlich oder quartalsweise bezahlt, spart bei vielen Versicherern 3 bis 5 Prozent. Bei einer Prämie von CHF 1'200 sind das CHF 36 bis 60 — geschenkt, einfach für die Zahlungsweise.
8. Eco-Drive und Telematik-Tarife
Einige Versicherer bieten mittlerweile Telematik-Tarife an: Sie installieren eine App oder einen Sensor, der Ihr Fahrverhalten aufzeichnet. Wer vorausschauend und sicher fährt, wird mit Rabatten von bis zu 20 Prozent belohnt. Das ist nicht jedermanns Sache — aber für ruhige, defensive Fahrer kann es sich lohnen.
9. Deckung dem Fahrzeugwert anpassen
Überprüfen Sie jedes Jahr, ob Ihre Deckung noch zum Fahrzeugwert passt. Ein Auto verliert in den ersten drei Jahren rund 40 Prozent seines Werts. Wer nach sieben Jahren immer noch Vollkasko zahlt, verbrennt Geld. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Teilkasko oder Vollkasko.
10. Wechselzeitpunkt nicht verpassen
Die meisten Autoversicherungsverträge in der Schweiz laufen bis zum 31. Dezember. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate, also müssen Sie spätestens bis zum 30. September kündigen. Tragen Sie sich das im Kalender ein — am besten mit einer Erinnerung Anfang September, damit Sie genug Zeit für den Vergleich haben.
Tipp: Bei einer Prämienerhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht von 30 Tagen ab Erhalt der Mitteilung. Die neuen Prämien werden meist im Oktober oder November verschickt.
Was Sie nicht tun sollten
Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Die Haftpflichtdeckungssumme sollte mindestens CHF 100 Millionen betragen — bei einem schweren Unfall mit Personenschäden kann es um diese Beträge gehen. Sparen Sie auch nicht am Grobfahrlässigkeitsverzicht (CHF 30-80/Jahr) — das ist eine der besten Investitionen in Ihrer Police.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kann ich durch einen Versicherungswechsel sparen?
Erfahrungsgemäss sparen Wechsler zwischen CHF 200 und CHF 600 pro Jahr — je nach Ausgangslage. Wer seit mehr als fünf Jahren beim selben Versicherer ist und nie verglichen hat, hat das grösste Sparpotenzial.
Lohnt sich ein Direktversicherer wie smile.direct?
Direktversicherer verzichten auf Filialen und persönliche Beratung und geben die Einsparung an Sie weiter. Die Prämien liegen oft 10 bis 20 Prozent unter denen der klassischen Versicherer. Der Nachteil: Im Schadenfall haben Sie keinen persönlichen Ansprechpartner vor Ort. Für routinierte, digital affine Versicherungsnehmer eine gute Option.
Wirkt sich mein Wohnort auf die Prämie aus?
Ja, erheblich. Versicherer arbeiten mit Regionalklassen. Städtische Gebiete (Zürich, Genf, Basel) sind teurer als ländliche Regionen. Ein Umzug von Zürich nach Aarau kann die Prämie um 15 bis 25 Prozent senken — das allein ist natürlich kein Umzugsgrund, aber gut zu wissen.