Wertsachen versichern: Schmuck, Uhren und Kunst richtig absichern

Wer eine teure Uhr, wertvollen Schmuck oder Kunstgegenstände besitzt, geht davon aus, dass die Hausratversicherung im Schadenfall einspringt. Das stimmt — aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Die meisten Policen begrenzen die Deckung für Wertsachen auf 20 bis 30 Prozent der gesamten Versicherungssumme. Bei einem Hausrat von CHF 80'000 sind das CHF 16'000 bis CHF 24'000 für alle Wertsachen zusammen. Wer eine Rolex Submariner (Neuwert ca. CHF 10'000) und eine Goldkette (CHF 5'000) besitzt, stösst schnell an die Grenze.

Was gilt als Wertsache?

Wertsachen versichern: Schmuck, Uhren und Kunst richtig absichern

Versicherer definieren Wertsachen typischerweise als:

  • Schmuck und Uhren: Alles aus Edelmetallen, Edelsteinen oder hochwertigen Materialien
  • Bargeld und Wertpapiere: Meist streng limitiert auf CHF 2'000 bis CHF 5'000
  • Kunstgegenstände: Gemälde, Skulpturen, Antiquitäten
  • Pelze und Designermode: Je nach Police unterschiedlich definiert
  • Sammlungen: Briefmarken, Münzen, Wein

Wann reicht die Hausratversicherung nicht?

Wenn der Gesamtwert Ihrer Wertsachen den in der Police festgelegten Sublimiten übersteigt, brauchen Sie eine Aufstockung oder eine separate Wertsachenversicherung. Die Optionen:

Erhöhung der Wertsachenlimite

Viele Versicherer erlauben es, die Wertsachenlimite in der Hausratversicherung gegen einen Aufpreis zu erhöhen — zum Beispiel von 20 auf 40 Prozent der Versicherungssumme. Das ist die einfachste und günstigste Lösung.

Einzelstückversicherung

Besonders wertvolle Einzelstücke (ab ca. CHF 5'000) können Sie als benannte Gegenstände in der Police auflisten. Der Vorteil: Diese Stücke sind zum vollen Wert versichert, unabhängig von der allgemeinen Wertsachenlimite. Sie brauchen dafür in der Regel eine Schätzung oder eine Kaufquittung.

Separate Kunstversicherung

Für grössere Kunstsammlungen gibt es spezialisierte Kunstversicherer wie AXA Art oder Helvetia Art. Diese Policen decken nicht nur Diebstahl und Feuer, sondern auch Transportschäden, Restaurierungskosten und sogar Wertverlust durch Beschädigung. Die Prämien liegen typischerweise bei 0,2 bis 0,5 Prozent des versicherten Werts pro Jahr.

Dokumentation ist entscheidend

Im Schadenfall müssen Sie beweisen, was Sie besessen haben und was es wert war. Erstellen Sie deshalb eine Inventarliste Ihrer Wertsachen mit:

  1. Fotos oder Videos aller wertvollen Gegenstände
  2. Kaufquittungen oder Schätzungsgutachten
  3. Seriennummern (bei Uhren und Elektronik)
  4. Beschreibungen (bei Schmuck: Karatangabe, Schliff, Zertifikat)

Bewahren Sie diese Dokumentation ausserhalb der Wohnung auf — in einem Banksafe, bei Verwandten oder in der Cloud. Wenn bei einem Brand die Quittungen mitverbrennen, nützen sie nichts.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wertsachen versichern: Schmuck, Uhren und Kunst richtig absichern - illustration

Sind meine Wertsachen auch im Safe versichert?

Ja, und einige Versicherer bieten sogar eine höhere Deckung, wenn die Wertsachen in einem zertifizierten Safe aufbewahrt werden. Fragen Sie Ihren Versicherer nach den Anforderungen — nicht jeder Tresor erfüllt die Normen.

Was passiert bei einem Diebstahl im Ausland?

Die Ausserhaus-Deckung der Hausratversicherung gilt in der Regel weltweit, aber mit tieferen Sublimiten. Für wertvolle Uhren und Schmuck auf Reisen empfiehlt sich eine Reisegepäckversicherung als Zusatz oder die Einzelstückversicherung, die auch unterwegs gilt.

Muss ich jeden neuen Kauf dem Versicherer melden?

Bei nicht benannten Gegenständen innerhalb der Deckungssumme: nein. Bei benannten Einzelstücken oder wenn der Gesamtwert die Versicherungssumme übersteigt: ja. Passen Sie die Deckungssumme regelmässig an — mindestens alle zwei bis drei Jahre.

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