Die Säule 3a ist das steuerlich attraktivste Vorsorge-Instrument der Schweiz. Doch zwischen Sparkonto und Aktien-3a liegen Welten – und zwischen den Anbietern ebenso. Welche Lösung passt 2026 wirklich zu Ihnen?
Säule 3a: Das Wichtigste in 30 Sekunden
Jeder Franken, den Sie in die Säule 3a einzahlen, reduziert Ihr steuerbares Einkommen. Bei einem Grenzsteuersatz von 35% bedeutet der Maximalbetrag von 7'258 CHF (Stand 2026) eine Steuerersparnis von rund 2'540 CHF. Pro Jahr. Ohne Risiko, ohne Tricks.
Sparkonto vs. Aktien-3a: Der entscheidende Unterschied
Mal ehrlich: Wer sein 3a-Geld auf einem Sparkonto parkiert, verschenkt Rendite. Bei aktuellen Zinsen von 0.5 bis 1.2% und einer Inflation um die 1.5% verliert man real sogar Kaufkraft. Anders sieht es bei Aktien-3a-Lösungen aus, die langfristig 5-7% Rendite pro Jahr erzielen können.
| Kriterium | 3a-Sparkonto | 3a-Aktien (z.B. 80% Aktien) |
|---|---|---|
| Erwartete Rendite p.a. | 0.5–1.2% | 5–7% |
| Risiko | Sehr gering | Mittel (langfristig tief) |
| Gebühren (TER) | Keine | 0.15–0.95% |
| Empfohlen ab Horizont | Unter 5 Jahre | Über 10 Jahre |
| Wert nach 30 Jahren (max. Einzahlung) | ~240'000 CHF | ~500'000–700'000 CHF |
Die besten Säule-3a-Anbieter 2026
VIAC – Der Platzhirsch unter den Fintechs
VIAC hat die Schweizer 3a-Landschaft revolutioniert. Mit einer TER ab 0.00% (Global 0) bis 0.44% (Global 100) gehört VIAC zu den günstigsten Anbietern. Die App ist intuitiv, das Rebalancing automatisch, und der Aktienanteil lässt sich zwischen 0 und 99% frei wählen. Einziger Nachteil: Kein physischer Ansprechpartner.
Finpension – Der Herausforderer
Finpension liegt bei den Gebühren sogar noch leicht unter VIAC (TER ab 0.39% für den Globalfonds). Besonders attraktiv: Man kann bis zu 5 verschiedene 3a-Konten führen, was bei der gestaffelten Auszahlung Steuern spart. Die Anlagestrategie ist individuell konfigurierbar.
Frankly (ZKB) – Die Banklösung
Wer lieber bei einer etablierten Bank bleibt, findet in Frankly eine solide Lösung. Die TER liegt bei 0.44-0.46%, und die ZKB steht als Depotbank dahinter. Weniger flexibel als VIAC oder Finpension, aber für konservativere Anleger ein guter Kompromiss.
Klassische Bankkonten
UBS, Raiffeisen und Co. bieten weiterhin 3a-Sparkonten an. Die Zinsen liegen 2026 zwischen 0.5% und 1.2%. Für Personen, die in weniger als 5 Jahren pensioniert werden oder keinerlei Risiko eingehen wollen, bleibt das eine valable Option.
So wählen Sie den richtigen 3a-Anbieter
Drei Fragen entscheiden:
- Wie lange bis zur Pensionierung? – Über 10 Jahre: Aktien-3a. Unter 5 Jahre: Sparkonto oder tiefer Aktienanteil.
- Wie hoch ist Ihre Risikobereitschaft? – Wer bei -20% im Portfolio nicht schlafen kann, wählt maximal 40% Aktienanteil.
- Wie wichtig sind tiefe Gebühren? – Über 30 Jahre machen 0.3% Gebührenunterschied Zehntausende aus.
Mehrere 3a-Konten: Der Steuertrick
Ein häufig übersehener Vorteil: Wer mehrere 3a-Konten führt, kann diese in verschiedenen Steuerjahren auflösen und so die Steuerprogression brechen. Die Faustregel: Pro 100'000 CHF 3a-Vermögen ein separates Konto. Bei der Finanzplanung sollte das von Anfang an berücksichtigt werden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mehrere 3a-Konten gleichzeitig bespielen?
Ja, aber der Gesamtbetrag aller Einzahlungen darf den Maximalbetrag nicht übersteigen. Seit 2024 erlauben die meisten Kantone mehrere Konten zur gestaffelten Auszahlung.
Was passiert mit meinem 3a-Geld bei der Pensionierung?
Das Geld wird ausbezahlt und zum reduzierten Satz besteuert. Je nach Kanton und Höhe des Kapitals liegt der effektive Steuersatz zwischen 3 und 12%.
Lohnt sich ein Wechsel des 3a-Anbieters?
Absolut. Der Wechsel ist kostenlos und dauert 2-4 Wochen. Wer aktuell bei einer teuren Bankenlösung (TER >0.8%) ist, spart durch einen Wechsel zu VIAC oder Finpension über die Jahre Tausende Franken. Einfach neues Konto eröffnen, Transferformular ausfüllen – fertig.
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