Der Pensionskassen-Einkauf gehört zu den mächtigsten Steuerinstrumenten der Schweiz. Wer es richtig macht, spart sofort Tausende Franken an Steuern und baut gleichzeitig seine Altersvorsorge aus. Doch die Tücke steckt im Detail.
Was ist ein Pensionskassen-Einkauf?
Die meisten Versicherten haben eine Lücke in ihrer Pensionskasse – weil sie erst spät ins Berufsleben eingestiegen sind, Teilzeit gearbeitet haben, eine Karrierepause hatten oder weil ihr Lohn gestiegen ist. Diese Lücke dürfen Sie freiwillig auffüllen. Und der gesamte Einkaufsbetrag ist vollständig von der Einkommenssteuer abzugsfähig.
Die Steuerersparnis: Ein Rechenbeispiel
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Steuerbares Einkommen | 150'000 CHF |
| PK-Einkauf | 30'000 CHF |
| Neues steuerbares Einkommen | 120'000 CHF |
| Grenzsteuersatz (Kanton ZH) | ~35% |
| Steuerersparnis | ~10'500 CHF |
Das heisst: Sie investieren netto 19'500 CHF und erhalten sofort 30'000 CHF auf Ihrem PK-Konto gutgeschrieben. Schwer zu schlagen.
Die Strategie: Einkäufe über mehrere Jahre verteilen
Hier liegt der eigentliche Clou. Statt einen grossen Einkauf auf einmal zu tätigen, verteilen Sie den Betrag auf 3-5 Jahre. Warum? Wegen der Steuerprogression. Jeder Einkauf wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen – und je höher das Einkommen, desto höher der Grenzsteuersatz. Mehrere mittlere Einkäufe nutzen die Progression besser aus als ein einziger grosser.
Die Sperrfrist: 3 Jahre Geduld
Nach einem Einkauf dürfen Sie drei Jahre lang kein Kapital aus der Pensionskasse beziehen (z.B. für Wohneigentum oder bei Auswanderung). Planen Sie also voraus: Wer in 2-3 Jahren eine Immobilie kaufen will, sollte den Einkauf verschieben oder zumindest die Reihenfolge beachten – erst WEF-Vorbezug, dann Einkauf, nicht umgekehrt.
Wann lohnt sich ein Einkauf – und wann nicht?
Lohnt sich fast immer:
- Hohes steuerbares Einkommen (Grenzsteuersatz über 30%)
- Pensionierung in mehr als 3 Jahren geplant
- Pensionskasse mit gutem Deckungsgrad (über 105%)
- Kapitalbezug bei Pensionierung geplant
Vorsicht geboten:
- Pensionskasse in Unterdeckung – Ihr Einkauf «subventioniert» andere Versicherte
- Schlechter Umwandlungssatz – die Rente fällt tiefer aus als erwartet
- Unklare berufliche Zukunft – bei Stellenwechsel wandert nur das obligatorische Minimum mit
- Immobilienkauf in den nächsten 3 Jahren geplant
PK-Einkauf vs. Säule 3a: Was zuerst?
Die Säule 3a sollte immer zuerst ausgeschöpft werden – sie ist flexibler und die Maximalbeträge sind fix. Der PK-Einkauf kommt on top, wenn die 3a voll ist und Sie zusätzliches Einkaufspotenzial haben.
Ausnahme: Bei sehr hohem Einkommen und grossem Einkaufspotenzial kann der PK-Einkauf steuerlich attraktiver sein, weil die Beträge höher sind.
So finden Sie Ihr Einkaufspotenzial
Ihr aktueller Pensionskassen-Ausweis zeigt den «maximal möglichen Einkaufsbetrag». Diesen Betrag können Sie in einer Summe oder aufgeteilt einzahlen. Kontaktieren Sie Ihre PK-Verwaltung für eine genaue Berechnung – manchmal gibt es Sonderfälle (z.B. bei Scheidung, Jobwechsel oder WEF-Rückzahlung).
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen PK-Einkauf mit geliehenem Geld finanzieren?
Technisch ja, aber selten sinnvoll. Die Sollzinsen auf dem Kredit übersteigen in den meisten Fällen die Steuerersparnis. Ausnahme: Sie haben eine endfällige Hypothek und können den Einkauf als indirekte Amortisation nutzen.
Was passiert mit meinem Einkauf bei einem Jobwechsel?
Ihr gesamtes PK-Guthaben wird als Freizügigkeitsleistung an die neue Pensionskasse oder auf ein Freizügigkeitskonto übertragen. Nichts geht verloren.
Lohnt sich ein Einkauf kurz vor der Pensionierung?
Absolut – sogar besonders. Wer 4-5 Jahre vor der Pensionierung gestaffelt einkauft, profitiert von der Steuerersparnis und dem Kapitalbezug kurz danach. Beachten Sie aber die 3-Jahres-Sperrfrist.
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