Nachhaltig investieren Schweiz: ESG, Impact & grüne ETFs

Nachhaltig investieren grüne Finanzen Wald

Nachhaltiges Investieren ist längst kein Nischenthema mehr. In der Schweiz fliesst bereits jeder zweite investierte Franken in Produkte mit Nachhaltigkeitslabel. Doch was steckt hinter den Begriffen ESG, SRI und Impact Investing – und bringt das auch Rendite?

ESG, SRI, Impact: Was heisst was?

Drei Begriffe, drei Intensitätsstufen:

AnsatzBeschreibungBeispiel
ESG-IntegrationUmwelt, Soziales und Governance werden bei Anlageentscheiden berücksichtigtFonds schliesst Firmen mit Skandalen aus
SRI (Socially Responsible Investing)Strenge Ausschlusskriterien (Waffen, Tabak, Kohle etc.)ETF ohne fossile Energien
Impact InvestingInvestitionen mit messbarer positiver WirkungSolarpark-Finanzierung, Mikrokredit-Fonds

Ehrlich gesagt: Die Grenzen sind fliessend, und viele Anbieter nutzen die Begriffe grosszügig. Greenwashing ist real. Ein «nachhaltiger» Fonds, der trotzdem TotalEnergies und Shell enthält, verdient das Label kaum.

Die besten nachhaltigen ETFs für Schweizer Anleger

Breit diversifiziert

  • iShares MSCI World SRI (SUSW) – TER 0.20%, Best-in-Class-Ansatz, schliesst kontroverse Sektoren aus
  • UBS MSCI ACWI ESG Leaders – TER 0.22%, breiter ESG-Filter auf Schwellen- und Industrieländer
  • Vanguard ESG Global All Cap – TER 0.24%, über 5'000 Aktien, Ausschluss von fossilen Brennstoffen

Klimafokus

  • iShares MSCI World Climate Paris Aligned – TER 0.20%, ausgerichtet auf das 1.5-Grad-Ziel
  • Amundi MSCI World Climate Net Zero Ambition – TER 0.25%, Fokus auf Firmen mit Netto-Null-Strategie

Rendite: Muss man für Nachhaltigkeit bezahlen?

Die kurze Antwort: Nein. Studien von Morningstar und der Universität Oxford zeigen, dass ESG-Fonds langfristig eine ähnliche oder sogar leicht bessere Rendite erzielen als konventionelle Fonds. Warum? Weil gut geführte Unternehmen (gute Governance) tendenziell weniger Skandale, weniger Strafen und weniger Reputationsrisiken haben.

Allerdings gibt es kurzfristig Phasen, in denen nachhaltige Fonds underperformen – etwa wenn Öl- und Gasaktien boomen. Wer langfristig investiert (und das sollte jeder ETF-Anleger), kann dieses Risiko gelassen tragen.

Greenwashing erkennen: 5 Warnsignale

  1. Vage Begriffe – «nachhaltig», «grün», «verantwortungsvoll» ohne konkrete Kriterien
  2. Top-Holdings prüfen – Wenn die grössten Positionen Ölkonzerne oder Waffenhersteller sind, stimmt etwas nicht
  3. Keine Ausschlussliste – Seriöse Anbieter dokumentieren, was sie ausschliessen und warum
  4. Nur Best-in-Class – «Der nachhaltigste Ölkonzern» ist immer noch ein Ölkonzern
  5. Kein Impact-Reporting – Gute Fonds berichten über CO2-Einsparungen, Wasserverbrauch etc.

Nachhaltig investieren in der Säule 3a

Auch in der Säule 3a gibt es nachhaltige Optionen. VIAC bietet die Strategie «Global Sustainable» an, Finpension ermöglicht individuelle ESG-Filter. So kombinieren Sie Steuerersparnis mit gutem Gewissen – ohne auf Rendite zu verzichten.

Häufig gestellte Fragen

Ist nachhaltiges Investieren teurer?

Minimal. Die TER nachhaltiger ETFs liegt typischerweise 0.0 bis 0.10 Prozentpunkte über konventionellen Pendants. Bei 100'000 CHF investiert sind das 0 bis 100 CHF pro Jahr – vernachlässigbar.

Kann ich mit nachhaltigem Investieren wirklich etwas bewirken?

Direkt ist der Effekt begrenzt – Sie kaufen Aktien am Sekundärmarkt, das Geld fliesst nicht an das Unternehmen. Indirekt aber schon: Wenn genug Anleger fossile Unternehmen meiden, steigen deren Kapitalkosten. Und das spüren Konzerne.

Welcher nachhaltige ETF ist für Anfänger am besten?

Der iShares MSCI World SRI (SUSW) – breit diversifiziert, tiefe Kosten, strenge Kriterien und an der SIX handelbar. Ein solider Einsteiger-ETF mit Nachhaltigkeitsfokus.

Vertiefen Sie das Thema mit unserem ETF-Anfänger-Guide und der Finanzplanung Schweiz.

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