Sparkonten galten lange als langweilig. Doch nach der Zinswende der SNB zahlen einige Banken wieder spürbare Zinsen. Welche Konten lohnen sich 2026 – und wo sollten Sie die Finger davon lassen?
Aktuelle Sparkonto-Zinsen im Vergleich
Die Zinsen auf Sparkonten variieren in der Schweiz enorm. Während manche Grossbanken immer noch unter 0.5% bieten, zahlen Neobanken und einige Kantonalbanken deutlich mehr.
| Bank | Zinssatz | Max. Betrag zum Vorzugszins | Rückzugslimit |
|---|---|---|---|
| Cler (ex Coop-Bank) | 1.10% | 100'000 CHF | 25'000 CHF/Monat |
| Bank WIR | 1.00% | 100'000 CHF | 50'000 CHF/Quartal |
| Migros Bank | 0.90% | 100'000 CHF | 25'000 CHF/Monat |
| Raiffeisen | 0.75% | 250'000 CHF | Variiert nach Genossenschaft |
| ZKB | 0.65% | 100'000 CHF | 50'000 CHF/Monat |
| UBS | 0.50% | 50'000 CHF | 10'000 CHF/Monat |
| Neon / Yuh (Kassenobligation) | 1.00–1.30% | Variabel | Feste Laufzeit |
Warum die Zinsdifferenz so gross ist
Grossbanken wie UBS und CS brauchen Ihr Spargeld schlicht weniger dringend. Kleinere Banken und Kantonalbanken sind stärker auf Einlagen angewiesen und bieten deshalb bessere Konditionen. Neobanken wiederum arbeiten mit tieferen Fixkosten und können so attraktivere Zinsen zahlen.
Übrigens: Die höchsten Zinsen finden sich oft bei Festgeld oder Kassenobligationen mit fester Laufzeit (6-24 Monate). Wer auf einen Teil seines Geldes verzichten kann, erzielt so 1.0 bis 1.5% – ohne jedes Risiko.
Sparkonto vs. andere Anlageformen
Seien wir ehrlich: Mit 0.5 bis 1.1% Zinsen bei einer Inflation von gut 1% verlieren Sie auf dem Sparkonto real Kaufkraft. Trotzdem hat das Sparkonto seine Berechtigung – als Notgroschen und als Parkplatz für Geld, das in den nächsten 1-3 Jahren benötigt wird.
Für alles darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf ETFs (erwartete Rendite 5-7% p.a.) oder zumindest die Säule 3a mit Aktienanteil.
Tipps für maximale Zinsen
1. Mehrere Konten nutzen
Klingt nach Aufwand, ist aber simpel: Verteilen Sie Ihr Spargeld auf 2-3 Banken mit den besten Konditionen. So umgehen Sie auch die Obergrenze für den Vorzugszins und profitieren vom Einlegerschutz (max. 100'000 CHF pro Bank garantiert).
2. Konditionen regelmässig prüfen
Banken ändern ihre Zinssätze ohne grosse Ankündigung. Was letztes Jahr top war, kann dieses Jahr mittelmässig sein. Ein jährlicher Check reicht.
3. Kassenobligationen als Alternative
Für Geld, das Sie 1-5 Jahre nicht brauchen, sind Kassenobligationen eine attraktive Alternative. Höhere Zinsen als auf dem Sparkonto, kein Kursrisiko, und bei Schweizer Banken durch die Einlagensicherung geschützt.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich Zinserträge versteuern?
Ja. Zinserträge unterliegen der Einkommenssteuer und der 35% Verrechnungssteuer (wird über die Steuererklärung zurückgefordert). Zinserträge von Schweizer Bankkonten sind im Lohnausweis nicht enthalten – Sie müssen sie selbst deklarieren.
Was passiert bei einer Bankpleite?
Die Einlagensicherung schützt bis zu 100'000 CHF pro Kunde und Bank. Bei Kantonalbanken mit Staatsgarantie gibt es je nach Kanton sogar zusätzlichen Schutz.
Lohnt sich ein Sparkonto für Kinder?
Ja, einige Banken bieten Jugendkonten mit höheren Zinsen an (bis 1.5%). Für den langfristigen Vermögensaufbau für Kinder sind aber ETFs die bessere Wahl.
Mehr zur optimalen Aufteilung Ihres Geldes finden Sie in unserem Finanzplanung Guide.